Zwickmühle

Einerseits ist es eine super Gelegenheit sich daran zu erinnern, wie wichtig einem Eltern, Großeltern und allgemein Familie ist. Doch andererseits wird man an diesem Tag ständig daran erinnert, was man nicht haben kann. Das kann richtig schmerzhaft sein. Wie geht es euch am Muttertag? Fällt es euch leicht einfach den Hebel umzulegen und ganz auf die Mamas in eurer Umgebung konzentriert zu sein, statt euren eigenen Verlust zu sehen?

Ich hatte eine Phase, da konnte ich einfach nicht anders. Ich konnte mich nicht beherrschen. Was ich gesehen habe, war einzig und allein die Tatsache, dass ich eine von denen sein sollte. Ich sollte auch diese blöde Rose bekommen, die alle Mütter nach dem Gottesdienst bekommen haben. Ich sollte auch stolz wie Oskar einen Kinderwagen vor mir her schieben können!

Stattdessen musste ich mich mit aller Gewalt beherrschen um nicht loszuheulen.

Jetzt denke ich: falsche Reaktion. Nach wie vor würde ich Gottesdienste und Veranstaltungen, die einen zu starken emotionalen Druck auf mich ausüben, meiden.

Aber, es geht nicht immer nur um mich! Meine Güte, kann ich auch mal an jemand anderen denken, statt meine Wunden zu lecken und vor mir her zu heulen?! Jetzt mal Hand aufs Herz: ich bin doch eine erwachsene Person! Bauch rein, Brust raus, Kopf hoch und auf: andere Frauen feiern – kann das denn so schwer sein?

Ich weiß, es kann und es ist so schwer. Aber dieses Jahr ist anders! Du und ich, wir begegnen diesem Muttertag mit Hochachtung für die Frauen, deren Leben nicht immer Zuckerschlecken ist, die sich Tag für Tag durch das Leben kämpfen und ihre Kinder zu guten Menschen erziehen. Häufig mit ganz wenig Unterstützung .

Wir feiern Frauen wie meine Mama, die uns Werte beigebracht haben, die unser Leben so schön und reich machen. Wir feiern Frauen wie meine Schwiegermama, die selbst im größten Chaos den Überblick behalten und die Familie stark machen. Wir feiern Frauen wie meine Schwester und meine Schwägerin, die ihren Kindern jede Minute schenken, ihren Haushalt meistern und dabei auch noch arbeiten.

Wir feiern Frauen, die sich auf ganz neue Pfade wagen müssen, weil ihre Kinder Behinderungen haben. Die trotzdem nicht aufgeben und ihren Kindern das Leben so schön und einfach wie möglich machen, wobei sie selbst oft zu kurz kommen.

Und wir feiern einen Gott, der ganz genau weiß, wieviel Kraft all diese Frauen brauchen um eben Mütter zu sein. Wir feiern den Gott, der dich und mich kinderlos gemacht hat, nicht, damit wir Trübsal blasen, sondern damit wir unser Leben nutzen und andere reich machen durch unsere Gegenwart!

So, wie sieht nun die Praxis aus, ist ja alles viel leichter gesagt als getan, gel?

1. Planen:

Muttertag planen, bitte??? Ja, Muttertag planen. Steck ganz viel Energie und Liebe in Muttertagsgeschenke. Rosen kann jeder und habt ihr schon mal eine Mutter erlebt, die sich mehr über einen, auf-die-letzte-Minute-Strauß gefreut hat, als über eine wirklich durchdachte Kleinigkeit? Siehste! Also: Plane erst einmal etwas um jemandem eine Freude zu machen (vorzugsweise deiner ganzen Familie ;) ) Wie wäre es mit einem Gutschein zum Spa? Nur für die Mädels der Familie? Oder, wenn kleine Kinder in deiner Familie sind, wäre ein Zoo-, oder Parkbesuch doch etwas besonderes, oder?

Wir haben letztes Jahr einen Obstkorb für unsere beiden Familien geschickt, damit alle gemeinsam das frische Obst genießen konnten. Der Service war super und auch die Lieferung punktgenau. Das Gesamtpaket hat uns so gefallen, dass wir zu Weihnachten sogar einen Extrawunsch bei dem Obstversandt gewagt haben, der prompt perfekt bearbeitet wurde und für eine schöne Weihnachtsüberraschung sorgte.

Als wir noch in Deutschland waren, haben wir eine gesunde, selbstgemachte Pralinenmischung für beide Elternpaare hergestellt, die auch gut ankam.

Den Ideen sind kaum Grenzen gesetzt. Du kennst deine Mutter/Schwiegermutter/Schwester/Schwägerin… doch am Besten, dir fällt schon was ein. :)

2. strukturier deinen Tag

Geht ihr gewöhnlich zu einem Muttertagsgottesdienst und der setzt dir schwer zu? Dann lass den einfach weg! Du brauchst dir das wirklich nicht anzutun! Nutz diese Zeit intensiv mit deinem Gott und mit deinem Liebsten. Tu dir etwas Gutes, ein ausgiebiges Frühstück? Lange im Bett bleiben, ein schöner Spaziergang?

Macht dir der Gottesdienst nichts aus? Dann freu dich mit den Menschen um dich herum! Freu dich daran, dass es einen Feiertag gibt, der Familien zusammenbringt und vielen müden Muttis Mut macht.

Verbring Zeit ganz bewußt mit Familie und, falls ihr welche in der Familie habt, mit den kleinen Kindern, die noch viel Arbeit machen. Mach deinen Schwestern/Schwägerinnen/Freundinnen eine Freude und entlaste sie für diese paar Stunden.

Geh früh genug heim wenn du merkst, dass es dir reicht. Wozu musst du dir Stress damit machen? Geh heim und genieß den Rest des Tages auf deine Weise.

 

3 Notfallplan

Vielleicht ist das bei dir ja anders, aber ich erzähl dir trotzdem wie es mir geht: fang ich einmal an in Selbstmitleid zu verfallen, bin ich richtig drin und es fällt mir schwer da wieder raus zu kommen. Überleg dir, was du in dem Fall machst und lass es nicht einfach so über dich hinwegschwappen. Du brauchst nicht in Selbstmitleid zu ertrinken, du kannst positiv denken und du kannst dir einen Notfallplan überlegen, falls du drohst doch in diesen Strudel zu geraten.

 

4. denk positiv

Du bist eine starke Person, denn Gottes Stärke ist in den Schwachen mächtig! In diesem Moment fühlst du dich vielleicht schwach und meinst, dass du es nicht überstehen kannst – doch! Du schaffst das! Lass Gott Raum um dich zu verändern! Er wird dich nicht allein lassen. Er wird nicht zulassen, dass ein einziger Feiertag dich fertig macht. Lass ihn dran und denk positiv! Du schaffst das und ich bin so stolz auf dich und auf deine Fähigkeit über deine eigenen Verluste hinweg die Freude anderer zu sehen und fähig zu sein dich mit ihnen zusammen zu freuen!

Ich wünsche euch allen einen wundervollen Feiertag und bin so überwältigt und dankbar, dass ich euch mit meinen Gedanken überfallen darf und das ihr so wunderbare Menschen seid! In den nächsten Tagen habe ich ein paar Vorschläge für euch den Sonntag besonders schön mit euren Liebsten zu verbringen und ihnen eine Freude zu machen.

Die aller liebsten Grüße aus dem warmen Norden Australiens.

Gruß

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