Sojafrei

IMG_67073Manchen von euch (wahrscheinlich vor allem denen, die das ganze Thema skeptisch betrachten) ist vielleicht aufgefallen, dass die „warum vegan“ Seite verschwunden ist. Als ich angefangen habe mich mit der PCOS – freundlichsten Ernährung auseinander zu setzten, kam immer öfter das Thema Soja auf. Soja ist für uns ein Ersatz für so viele Lebensmittel gewesen, die wir mit der veganen Lebensweise nicht mehr haben konnten. Entsprechend oft kamen Gerichte voll gepackt mit Soja auf den Tisch.

 

Andererseits sind aber Nährstoffe z. Bsp. aus Eiern sehr hilfreich wenn man der weiblichen Fruchtbarkeit auf die Sprünge helfen will. Andy und ich befürworten noch immer die vegane Ernährung, sind aber nicht mehr strickt in dieser Hinsicht. Darüber mehr ein anderes mal. :)

 

Soviel dazu, jetzt aber wieder zum Soja. Warum sollte man Sojaprodukte vermeiden, wenn man sein PCOS kurieren möchte?

Soja ist ein super Lebensmittel! Studien haben ergeben, dass Soja Cholesterinwerte verbessert, Krebsrisiko senkt und Symptome der Wechseljahre lindert, um nur einige zu nennen. Es ist voller Eiweiß, weshalb Sportler häufig eine sehr sojareiche Ernährung haben. Auch viele Vitamine und Mineralstoffe sind im Soja enthalten. Doch hat Soja für uns PCOS Frauen auch Nachteile.

 

Östrogen

Ein Risikofaktor, der in meinen Nachforschungen immer wieder auftrat, war der recht hohe Östrogengehalt in Soja. Doch soll dieser Gehalt sehr schwach sein, im Vergleich zu dem tatsächlichen Hormon, das unser Körper produziert. Also zu schwach um tatsächlich Schaden anzurichten. Ich muss ehrlich sagen, auch wenn das Hormon in Sojaprodukten schwach ist, möchte ich trotzdem nicht wissend ein Hormon zu mir nehmen, das meinen, sowieso schon recht verdrehten, Hormonhaushalt beeinflussen kann.

Allerdings sagen Experten (und schließlich bin ich ja keiner), dass Östrogen in Soja nicht gefährlich ist.

 

Soja und Schilddrüsenunterfunktion

Viele Frauen mit PCOS leiden ebenso an Hypothyreose, die allgemein als Schilddrüsenunterfunktion bekannt ist. Diese Erkrankung entsteht, wenn die Schilddrüse eine unzureichende Menge an Hormonen herstellt, die entscheidend sind für den Stoffwechsel. Das führt zu verlangsamten Funktionen im Körper. Symptome sind: Trägheit und Müdigkeit, unerklärliche Gewichtszunahme, Depression, Verstopfung, vermindertes sexuelles Interesse, erhöhte Kälteempfindlichkeit…

Zurück zu Soja: Es ist reich an Isoflavonen und führt zu Problemen, wenn der Jodgehalt im Körper niedrig ist. Doch gerade der Jodgehalt ist bei Schilddrüsenunterfunktion ein Problem und ist schnell zu niedrig. Wenn der Jodgehalt oder Schilddrüsenunterfunktion eine Rolle spielt, sollte man Soja mit Vorsicht genießen, oder ganz weglassen.

 

Soja und Cholesterin

PCOS geplagte sind häufig auch von einem zu hohen Cholesterinwert betroffen. Dies ist gefährlich, da es zu Herzerkrankungen führen kann. Reduktion von Zucker und Verwendung von ungesättigten Fettsäuren bringen den Cholesterinwert wieder ins Lot. Eine vernünftige Menge an Soja kann Cholesterinwerte zusätzlich erheblich reduzieren und setzt auch Testosteronwerte herab. So ergaben Studien. Noch eine positive Seite an Soja.

 

Soja und Fruchtbarkeit

Schwieriges Thema, da es einfach zu wenige Studien gibt, die sich ganz konkret auf PCOS spezialisieren. Es wurde allerdings eine große Studie durchgeführt, die zeigte, dass Frauen, die sehr viel Sojaprodukte zu sich nahmen (mehr als 40g täglich) das Risiko niemals schwanger werden zu können, um 13% erhöhten. Das Risiko niemals ein lebendes Kind zur Welt bringen zu können, erhöhte sich um durchschnittlich 3%.

Doch normalerweise isst man doch wesentlich weniger Soja, 40g täglich ist schon recht viel.

Andere Studien haben ergeben, dass bei einem wesentlich geringeren Verzehr von Soja die Wahrscheinlichkeit für einen Eisprung wesentlich höher sind. Für Frauen, die gar keinen Eisprung haben, natürlich eine positive Nachricht. Allerdings wurde auch festgestellt, dass selbst bei kleinen Mengen Soja die Fruchtbarkeit herabgesetzt wurde.

 

Das heißt: willst du schwanger werden, solltest du Sojaprodukte in sehr geringen Mengen, oder gar nicht verzehren. Hast du einfach nur an deinem PCOS zu knabbern und spielt dein Körper wegen fehlendem Eisprung verrückt, könnten dir Sojaprodukte in vernünftigen Mengen vielleicht sogar helfen.

 

Ich möchte an dieser Stelle nochmals betonen, dass ich kein Experte bin. Ich habe nur viele Nachforschungen angestellt, die mich persönlich zu diesen Rückschlüssen geführt haben. Wenn ihr gesundheitliche Probleme aufgrund eures PCOS habt, kann euch die Ernährungsumstellung mit Sicherheit helfen, aber habt ihr zusätzlich gesundheitliche Bedenken, solltet ihr das mit eurem behandelnden Arzt abklären.

 

Nun bin ich neugierig. Habt ihr es gewagt den Zuckerhahn zuzudrehen? Wenn ja, wie geht es euch damit? Habt ihr schon Veränderungen bemerkt? Erzählt mir ALLES! :)

 

Liebste Grüße

Kati

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2 Kommentare zu „Sojafrei

  1. Hi Kati,
    ich hab auch seit einigen Jahren PCOS (aber keinen Kinderwunsch, nie gehabt), leider aber unter anderen Symptomen, die mich ein wenig aufreiben. Mittlerweile habe ich seit einigen Jahren meine Ernährung stark umgestellt und komme damit super klar, irgendwann habe ich auch die Milchprodukte stark reduziert (ausser die Vollfetten) weil diese den Insulinspiegel auch toll in die Höhe treiben und bin auf Soja umgestiegen. Ich hab bald ein paar Arzttermine weil ich bei mir mittlerweile auch die Schilddrüsenunterfunktion vermute. Kannst du mir evtl ein paar Links schicken wo du das her hast? Auf Soja bin ich bei meinen Recherchen nie groß gestoßen.

    Lieben Dank,
    Stephanie

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    1. Hallo Stephanie (interessante Schreibweise von deinem Namen-ich liebe es!),
      Ich habe die meisten Informationen auf englischsprachigen Seiten gefunden, die ich
      natürlich nicht verlinkt hatte und jetzt auch nicht mehr alle finden kann, sorry!

      Ein paar habe ich aber doch wieder finden können, die du weiter unten finden kannst.
      In deutschen Artikeln bin ich auch nur sehr selten auf Soja gestoßen, allerdings habe ich
      den Eindruck, dass Länder wie Australien und USA eine wesentlich längere Geschichte haben,
      was extrem ungesunde Ernährung angeht und damit auch das PCOS-Problem etwas älter ist.

      Ich vermute, dass aus diesem Grund einfach viel weniger zu dem Thema in Deutschland publiziert wird.
      Hoffentlich konnte ich dir helfen und bitte entschuldige die
      so sehr, sehr späte Antwort!

      Liebste Grüße
      Kati

      http://pcoshealthcoach.com/soy-and-pcos
      http://www.pcosnutrition.com/index.php?pID=34
      http://pcosdiva.com/2011/09/to-soy-or-not-to-soy-part-1/

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