Milch

Ich kann mir die Reaktion auf den Post über Zucker genau vorstellen. Sicherlich wurde meine Meinung dazu nicht gerade freudestrahlend begrüßt. Soja ist da schon ein ganz anderes Thema. Das betrifft uns Deutsche nicht häufig. Es ist kein elementares Lebensmittel, deshalb ist es kein großes Opfer Soja aus dem Speiseplan zu streichen – außer man ist natürlich Vegetarier, Veganer oder liebt die asiatische Küche. Das heutige Thema ist wieder etwas schwerer zu verdauen.

Milch ist nicht mehr das, was sie mal war, das ist unumstritten. Doch sollte man deshalb gar keine Milch und Milchprodukte mehr zu sich nehmen?

Grundsätzlich halte ich ja nicht viel von Milch – hauptsächlich, weil ich es falsch finde Tiere nur wegen unser Unersättlichkeit so arg zu quälen. Wir haben während unserer Zeit in Sydney für einige Wochen auf einer Milchfarm gelebt und hautnah miterlebt was es für die Tiere heißt diese riesigen Mengen an Milch zu produzieren.

Abgesehen davon merke ich aber, dass mein Körper ohne Milch so viel besser zu funktionieren scheint. Grundsätzlich gehen die Meinungen aber weit auseinander was Milch und Fruchtbarkeit, bzw. PCOS angeht. Hier ein paar Fakten, die jeder wissen sollte, egal ob eine Schwangerschaft gewünscht ist oder nicht.

Milchproduktion

Statt 8 Liter Milch, gibt eine Kuhmilch heutzutage durchschnittlich 20 Liter. Statt ein Jahr, trinkt ein frisch geborenes Kälbchen nur etwa zwei Tage lang die Milch seiner Mutter und bekommt danach verdünnte Milch, oder einen Milchbrei. Das Kalb wird so schnell wie möglich von seiner Mutter getrennt. Die Kuh wird zweimal täglich über 10 Monate gemolken, erst kurz bevor sie ein weiteres Kälbchen bekommt, hat sie zwei Monate Pause. Sobald das Kalb auf der Welt ist, geht das ganze Spiel wieder von vorne los.

Meine Mama hat mir mal gesagt, dass es nicht gut ist, wenn man sich zu wenig Zeit zwischen Schwangerschaften lässt, weil man damit verhindert, dass der Körper sich erholt und genügend Nährstoffe für das bereits vorhandene, sowie das sich entwickelnde Kind bereitstellt. Daran musste ich häufig denken, als wir auf der Milchfarm lebten. Denn diese Weisheit ist sicher auch auf Tiere anzuwenden.

Den Kühen wird keine Zeit gelassen Nährstoffe aufzunehmen, die ihren eigenen Körper stärken und sich zu erholen. Auch aus dem Futtermittel können sie nicht wirklich gute Nährstoffe bekommen. Es ist kein Kunststück sich auszurechnen, wieviel Nährstoffe für uns Menschen übrig bleiben. Für den Genuss unserer Milch wird ein hoher Preis gezahlt, sowohl von den Tieren, als auch von uns Menschen.

Nichts desto trotz ist Milch ein Wunder Gottes. Vielleicht enthält sie nicht mehr so viele gute Fette, Vitamine und Nährstoffe wie vor hundert Jahren, doch ist sie in ihrer natürlichen Form ein Lebensmittel, das Menschen schon von jeher genossen, geschätz und profitiert haben.

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Fettreduzierte Milch

Fettreduzierte Milchprodukte durchlaufen einen komplizierten und aufwändigen Prozess, der nicht nur die Fettpartikel verkleinert sondern auch wertvolle Vitamine, Fette und gesundes Cholesterol in der Milch zerstört. Ungesättigte Fettsäuren sind zu vermeiden, doch helfen die ungesättigte Fettsäuren in Vollfettmilch dem Hormonhaushalt die Balance zu halten. Fette sind wichtig für Hormone und wenn man nicht auf Milch verzichten möchte, sollte man die beste Milch wählen, mit Fetten und Vitaminen, die den Körper stärkt und gut tun.

Entgegen der Werbung machen fettreduzierte Milchprodukte auch nicht dünn, sondern schleusen nur giftige Stoffe, die durch den Prozess der Fettreduktion entstehen, in den Körper. Dazu werden meist Zucker und Milchpulver zugegeben, denn irgendwo muss schließlich der Geschmack herkommen. Werden Vollfettprodukte gegessen, ist man schneller satt und bleibt länger satt. Anders bei fettreduzierten Speisen, die stillen den Hunger meist nur kurzfristig und das Verlangen nach mehr ist schnell wieder da.

Auch können die kümmerlichen Reste der Vitamine, die in der Milch übrig bleiben, schlecht bis gar nicht vom Körper aufgenommen werden – schlicht weil sie das Fett dazu brauchen.

Dazu ist die Milch das einzige Lebensmittel mit einem exakt auf den Menschen zugeschnittenen Fettcocktail, der gut verdaut werden kann und Stoffwechselfunktionen unterstützt. Es ist nicht verwunderlich, dass in der Bibel Milch häufig eine Rolle spielt. Doch ist Milch in der Bibel weder Fettreduziert, noch in übergroßen Mengen vorhanden. Es wird als Genußmittel verstanden. Und das sollte es auch bleiben – Genußmittel kommen nicht ständig auf den Tisch und Milch sollte in ihrer natürlichen Form, also Vollfett genossen werden. (Quelle)

Wie beeinflusst Milch Fruchtbarkeit? Erhitzte Milch

Ein anderes Problem ist, dass erhitzte Milch Fruchtbarkeit im Allgemeinen stark einschränkt. Es scheint, dass der Erhitzungsprozess viele wichtige und entscheidende Nährstoffe der Milch zerstört, die ausschlaggebend für einen gut funktionierenden Hormonhaushalt sind.

Es wurden Studien mit Ratten durchgeführt, die über Monate mit pasteurisierter, oder unbehandelter Milch gefüttert wurden. Obwohl die weiblichen Ratten der Gruppe mit erhitzter Milch während der Testphase 15 mal mit männlichen Ratten zusammengetan wurden, ist keine der mit pasteurisierten Milch gefütterten Ratten schwanger geworden. Erst als die pasteurisierte Milch gegen unbehandelte Milch getauscht wurde, konnten die weiblichen Ratten nach weiteren 11 Wochen schwanger werden als sie mit Männchen zusammengelegt wurden, die ebenfalls ausschließlich unbehandelte Milch erhieilten. (Quelle)

Wenn man also so gar nicht auf Milch verzichten mag, sollte die Wahl immer auf die unbehandelte, gekühlte Milch frisch vom Bauern, fallen. Hier kann man sich selbst ein Bild davon machen, wie die Tiere gehalten werden und was sie fressen. Glücklicherweise gestattet das deutsche Gesetz den Kauf von frischer Milch beim Bauern aufgrund des Gewohnheitsrechts. Grundsätzlich ist es allerdings verboten für andere als private Zwecke unerhitzte Milch zu verwenden.

Milch und PCOS

Wie schon vorher erwähnt, ist Fett ein ausschlaggebender Faktor im Hormonhaushalt. Ich habe verschiedene Meinungen zum Thema Milch und PCOS gelesen, doch eine Tatsache stimmte in allen Artikeln immer überein: je mehr an der Milch herumgetrickst wurde, desto schlechtere Reaktionen zeigte der menschliche Körper.

Also ist es ein Lebensmittel mit dem wir, die ohnehin Probleme damit haben, dass unser Körper verrückt spielt, besonders vorsichtig umgehen müssen. Trinken wir fettreduzierte oder erhitzte Milch, oder essen fettreduzierte, bzw. erhitzte Milchprodukte, nehmen wir uns die Möglichkeit (die zugegeben oft recht klein ist) schwanger zu werden. Denn unser Körper hat die Zusatzbelastung Giftstoffe abzubauen, während die Fette zu mehr Hormonstörungen führen und noch nicht einmal die Vorteile der Vitamine aus der Milch zum Tragen kommen, weil diese zerstört sind.

Glücklicherweise ist die zusätzliche Spritzung künstlicher Hormone in Deutschland und der EU verboten, doch enthalten die Futtermittel neben zermahlenem Fisch oder Fleisch (Kühe sind Vegetarier!) Wachstumshormone und Antibiotika. Wie können wir nur davon ausgehen, dass diese Hormone nicht in die Milch gelangen? Jede Art von Hormonen die durch Lebensmittel eingenommen wird, macht unseren Hormonhaushalt unkontrollierbar. Damit nehmen wir uns selbst die Gelegenheit einen Überblick über Stoffe zu behalten, die unseren Körper schädigen, oder Schwangerschaft unmöglich machen.

Was tun?

Gute Frage. Ich weiß, dass viele kaum ohne ihren Quark, Käse, oder Joghurt überleben können. Es schmeckt aber auch echt alles richtig lecker, das gebe ich zu! Doch gerade in Bezug auf eine gesundheitsbewußte Ernährunge, ganz zu schweigen dem Versuch schwanger zu werden, sollte man Gewohnheiten verändern.

Es stehen eigentlich nur zwei Möglichkeiten zur Verfügung: gar keine Milch, oder Milch frisch beim (Öko)Bauern kaufen.

Holt ihr euch die Milch beim Bauern, könnt ihr beginnen das Internet und die Bücherei nach Ratgebern zu durchforsten, die euch zeigen, wie ihr all die köstlichen Milchprodukte selbst herstellt. Natürlich ist dies viel arbeitsaufwändiger und braucht etwas Übung, aber ich bin sicher, dass sich die Mühe lohnt und euer Körper es euch dankt.

Doch sollte man trotzdem im Hinterkopf behalten, dass Milch ein Genußmittel ist und auch als solches behandelt werden sollte.

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Milchlos leben

Geht das überhaupt? Wie komme ich dann an Kalzium, das mein Körper doch so dringend braucht um Knochen und Zähne stark zu erhalten?

Fakt ist: Bei der Aufnahme von Kalzium aus Milch und Milchprodukten reagiert der Körper mit Übersäuerung, die mit Kalzium, der aus den Knochen gewonnen wird, neutralisiert wird. Das heißt, dass wir tatsächlich nur einen Bruchteil des Kalziums aus der Milch aufnehmen, nur 30 Prozent nämlich.

Kalzium, der aus dunklem Blattgemüse, Brokkoli, Bohnen, Kresse, Sellerie usw. aufgenommen wird, verbleibt zu 40-60 Prozent im Körper. Wenn man darauf aus ist seinen Kalziumgehalt im Auge zu behalten, ist man mit pflanzlichen Lieferanten besser dran. (Quelle)

Andy und ich haben kurz vor Weihnachten letztes Jahr aufgehört Milch zu trinken/essen. Hin und wieder (wie auf der Milchfarm zum Beispiel) ist es doch vorgekommen, dass es Milch in unseren Kühlschrank geschafft hat, doch war es selten und überschaubaren Mengen.

Zugegeben, die Alternativen schmecken längst nicht so gut im Kaffee (welcher noch ein Thema für sich ist :) doch fehlt uns die Milch sonst kein Stück.

Hier ein paar der Alternativen, auf die man zurückgreifen kann, wenn man einen Ersatz braucht:

  • Kokosnussmilch
  • Hafermilch
  • Mandelmilch
  • Reismilch
  • Haselnussmilch

Wir nutzen fast ausschließlich Kokosnussmilch, weil alle anderen Milchsorten in Australien einen hohen Zuckeranteil hatten, den wir vermeiden wollten. Käse kann wunderbar aus Nüssen hergestellt werden. Der geschmacklich beste Käse weltweit ist übrigens vegan. ;)

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