Endlich bin ich den Berg geklettert und warum Lilly nicht wieder mitkommt

Letztes Jahr habe ich Andy und unseren damaligen Besucher Rudi (Andy’s Cousin) überedet mit mir Elephant Rock hoch zu klettern. Das ist ein Hügel, den man hier von fast überall aus sehen kann und der eben wie ein Elefant aussieht.

Nachdem wir stundenlang den richtigen Weg nach oben gesucht haben, sind wir irgendwann umgekehrt und haben das Projekt „Elephant Rock“ erstmal auf Eis gelegt. Seitdem hatte aber niemand mehr richtig Lust mit mir zu klettern. :(

So kam es, dass ich am Anzac Day (das ist ein australischer Feiertag an dem der Soldaten im Weltkrieg gedacht wird) meinen Rucksack packte und mich gemeinsam mit meiner treuen Begleiterin Lilly auf den Weg zum Elephant Rock machte. Andy musste arbeiten, also hatte ich alle Zeit der Welt dafür. ;)

Gleich als erstes scheuchte Lilly arme Wollebies auf – eine Känguruart dieser Gegend.
Überglücklich kam sie zurück zu mir auf den Weg und wir suchten uns einen Pfad durch das Buschland hoch zum Gipfel von Elephant Rock.

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Diesmal war es ganz einfach den richtigen Weg zu finden, denn ich erwartete gar keinen Pfad. Mit Sicherheit war ich für diese Saison eine der ersten Personen, die raufging.
Der Aufstieg war etwas stachelig (Spinifex, das Gras hier, ist sooo picksig!) aber wunderschön! Wunderbar blauer Himmel, Vogelgesang und diese Aussicht!

Ganz zu Anfang kamen wir an einen recht schmalen Felsstreifen, den wir überqueren mussten. Da dieser Bereich aber schon recht weit oben und ungeschützt war, pustete der Wind wie verrückt.

Noch ein paar andere solcher Felsbereiche und schon waren wir in einem eher offenen, mit großen Felsen bedeckten Gebiet. Lilly mochte an einem Punkt nicht mehr weiter mitkommen und ich sah nicht wirklich ein sie rüberzuschleppen. Deshalb blieb sie eben da und ich würde sie einfach später wieder abholen. So kletterte ich weiter und konnte mich an der Schönheit der Natur, die mich umgab, nicht sattsehen. Als ich dann die höchste Stelle erreicht hatte packte ich mein Frühstück und meine Bibel aus. Und da war sie plötzlich wieder da! Lilly hatte es doch geschafft und schaute ganz erleichtert, als sie mich sah. :)

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Also gab’s Frühstück für uns beide und ich las uns laut einen Psalm auf (fast) der Spitze Kununurras. Ich liebe diesen Ort! Der Morgen hätte schöner nicht sein können. Bis auf…

Einem Adler, der plötzlich über uns kreiste und gefährlich tief flog! Erst dachte ich, dass ich mir nur einbildete, dass er es auf uns abgesehen hatte, aber er setzte immer wieder an und kam immer näher! Mit lautem rufen und wildem Flasche wedeln verscheuchte ich ihn schließlich und wir genoßen die atemberaubende Aussicht noch etwas.

Auf dem Rückweg verhielt sich Lilly ganz seltsam. Sie weigerte sich auf großen Steinen zu laufen und nahm immer den Umweg durch den Busch.
An einer Stelle musste ich sie sogar TRAGEN! Was war ich froh, als wir endlich wieder unten waren – nur weil sie sich so anstellte.

Erst als ich sie anschnallte, nachdem wir noch einmal kurz schwimmen waren, merkte ich es: sie hatte eine Ohr aufgeschlitzt! Offensichtlich hatte der Adler sie schon einmal erwischt und sie ganz ordentlich am Ohr verletzt.

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Die Woche danach habe ich viel darüber nachgedacht, wie schnell sie gefährdet war als sie mich als Begleiter nicht mehr hatte und vollkommen ungeschützt war.

Genauso geht es mir ganz schnell.
Wenn ich meine eigenen Wege gehe und nicht schaue, wohin mein Gott mich führen will, dann bin ich schnell veletzbar. Ich verlasse mich auf meine eigene Kraft und verbringe einfach zu wenig Zeit in seiner Gegenwart, höre nicht auf seine Stimme und bin stolz auf meine Erfolge und Erkenntnisse. Sobald meine Kraft und Ausdauer aber nachläßt wirft mich eine harte Woche und ein Muttertag am Ende der Woche schnell um.

Wie gut, dass mein Herr aber nicht weit weg ist. Ganz in meiner Nähe ist er und verspricht in der Bibel:

Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, so will ich euch erquicken! Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen! Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht. Matthäus 11,28-30

Heute bin ich besondes beladen und traurig. Dieser Tag ist schwierig für viele von euch und auch für mich. Doch in Jesus finden wir Ruhe. Er kann uns erquicken und uns Trost schenken, den wir so dringend brauchen. Aus eigener Kraft ist es so schwer positiv zu bleiben und Freude zu finden in einer Zukunft, die man sich so nicht gedacht hatte.

Ich bin so dankbar, dass mein Heiland mich auffängt, meine Wunden reinigt und Heilung schenkt. Zu ihm darf ich mit meinem zerbrochenen Herzen kommen – auch an Muttertag. :)

Ihr Lieben, ich wünsche euch einen ganz besonders schönen Tag und viel Liebe, Ruhe und Trost wenn ihr den braucht. Meine Gebete sind mit euch allen und ihr dürft wissen, dass ihr niemals alleine gehen braucht, Jesus will euch nah sein – nicht nur wenn es schwierig ist, sondern auch wenn das Leben sich gerade von seiner schönsten Seite zeigt.

Gruß

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